Iquique 2009/10 - Wieder zurück in Chile

Am 26.Dezember 2009, also wieder direkt nach Weihnachten, begann unsere 8. Reise nach Iquique. Wir fuhren nachmittags mit dem ICE von Dortmund direkt bis zum Frankfurter Flughafen - das war wirklich eine feine Sache. Mit Iberia ging es dann nach Madrid, von dort aus mit LAN nach Santiago und anschließend weiter nach Iquique. Mit den Flügen und dem Gepäck klappte zum Glück alles problemlos, und in Iquique wurden wir bereits von Jacky am Flughafen mit einem Cristal erwartet. Einfach perfekt laughing.

Im Flightpark hat sich baulich im verganenem Jahr nicht sooo viel verändert, nur die Hundeanzahl hat sich verdoppelt. Wobei die Kätzchen vom letzten Jahr eigentlich netter waren.

Die Tage vergingen wie immer viel zu schnell. Morgens flogen wir am Alto Hospicio und mittags ging´s raus nach Palo Buque. Ach ja, und abends gab´s das ein oder andere Leckerli daheim oder im Restaurant. Schon bald war Silvester. Wir feierten gemütlich mit Jacky, Stefan, den wir schon von 2007 kannten, sowie Christel, Walther und Martina, einer deutsch-brasilianischen Familie aus São Paulo.

Am 03. Januar 2010 starteten wir mit Jacky (und natürlich Erich) zu einem 3-tägigen Ausflug in die Atacama. Morgens um 9 Uhr ging es los auf der Routa 1 in Richtung Rio Loa. Dort passierten wir die Grenze zur 2. Region. In Chile sind die erste und die zwölfte Region - also Tarapaca und Feuerland - zollfrei. Daher gibt es innerhalb von Chile eine Grenze, wenn man diese Regionen verlässt bzw. dort einreist. Dann passierten wir Tocapilla, das 1843 als Salpeterhafen gegründet wurde, und wo heute das Kraftwerk für Chuquicamata steht. Außerdem wird hier mit Fischerei und Tourismus etwas Geld verdient. Unser Weg führte nun weiter über Calama nach Chuquicamata.

Chuquicamata (Chuqui) liegt auf etwa 3000 m Höhe und ist die größte Kupferstadt der Welt. Dort werden täglich mehrere hunderttausend Tonne Gestein gesprengt, abgefräst, auf riesige Lastwagen verladen, hochgekarrt, zertrümmert, geschmolzen oder mit Chemikalien ausgewaschen. Anschließend wird alles zu Abraumhalden aufgeschüttet. Jeder Jahr ergeben sich so 600000 Tonnen reines Kupfer - und als "Abfallprodukte" einige Mineralien sowie Silber und Gold. 1/3 aller Exporteinnahmen Chiles werden mit Kupfer erwirtschaftet. Die Siedlung Chuquicamata ist allerdings mittlerweile tot. Da es an Platz für die Abraumhalden fehlte und die Bewohner unter der Umweltbelastung durch Chuqui litten, wurden sie nach Calama umgesiedelt. Die Arbeiter von Chuqui zählen zu den bestbezahltesten in Chile, aber bleiben will dort niemand lang. Die Ingenieure bleiben dort einige Zeit, sammeln Erfahrungen und gehen wieder. Unterhalb von Chuqui befindet sich ein riesiger See voll mit Schwefelsäure und Arsen frown.

Am Nachmittag kamen wir in San Pedro de Atacama an und bezogen ein Zimmer in einem hübschen kleinen Hostel und dann ging´s in die City. 
Der Ort befindet sich auf 2440 m Höhe und ist der bekannteste Wüstenort in Chile. San Pedro ist umgeben von knapp einem Dutzend Fünf- und Sechstausendern, unter anderem von dem noch aktiven Vulkan Licancabur (5916m). Der Ort hat eine sehr lange Vergangenheit. Er war Zentrum einiger Siedlungen der Atacama-Indianer, bevor er 1450 von den Inkas eingenommen wurde und diese dort eine Festung errichteten. Auch die Eroberer Diego de Almagro und Pedro de Valdivia machten San Pedro zu Ihren Stützpunkten. Später lebte die Siedlung von durchziehenden Viehtreibern. Heute ist der Tourismus dagegen die größte Einahmequelle von San Pedro.

Nach einer kleinen Stärkung in San Pedro ging es am späten Nachmittag noch mit einem Abstecher über das Valle de Muerte ins Valle de la Luna. 
Das Valle de la Luna liegt 12 km westlich von San Pedro. Es war zu Urzeiten ein See, dessen Boden durch seismische Erschütterungen in die Höhe gedrückt und gefaltet wurde. In Jahrmillionen entstanden dort durch Wind und Wetter Türme und Figuren aus Sand, Salz und Lehm. Von der höchsten Düne hat man bei Sonnenuntergang einen wunderschönen Ausblick auf die Landschaft. Der erste Tag in der Atacama ging zu Ende. Wir fuhren zurück nach San Pedro und nach einem Abendessen mit mehreren Stromausfällen ging´s in unserem Hostel ins Bettchen. Allerdings mussten wir feststellen, dass es sich in dieser Höhe nicht so gut schläft und noch weniger wenn ab 4 Uhr morgens die ersten Leute aufstehen und zu Ihren Touren aufbrechen. Aber da muss man eben durch.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück wieder los. Wir fuhren zum Salar de Atacama. 
Der Salar de Atacma liegt auf etwa 2300 m Höhe und hat eine Fläche von etwa 3000 m². Er bildet das Sammelbecken des Río San Pedro und zahlreicher unterirdischer Zuflüsse. Das Wasser verdunstet an der Oberfläche und es setzt sich eine starke salzhaltige Schicht ab, die sich im Salar mit Lehm vermischt. Die krustige Oberfläche ist stellenweiße weiß, aber auch grau und bräunlich. Im Salar befinden sich Wasserstellen, wo die Salz-Lehmschicht durchbrochen ist. Dort sind kleine Lagunen, wo vor allem Flamingos leben. Die größte Lagune ist der Lago Chaxa (etwa 50 km südlich von San Pedro), der sich im Zentrum des Salar befindet. Der Salar de Atacama ist auch ein großes Reservoir an Bodenschätzen. Dort lagern unter anderem 2/5 der Weltvorräte an Lithium, aber auch große Mengen an Kalium und Borax.

Weiter ging es dann auf etwa 4300 m Höhe zu den Lagunen Miscanti und Meñiques. Sie sind umrandet von den Bergen Cerro Miscanti (5622m) und Cerro Meñiques (5910m). Auf den Weg dorthin haben wir auch noch einige "Tierchen" getroffen. Dann ging es zurück nach San Pedro zur Tankstelle und dann sofort weiter zu den Baños de Puritama. Das sind aufgestaute Thermalquellen, etwa 30 km von San Pedro entfernt. Im über 33°C warmen und absolut klaren Wasser kann man gemütlich baden. Sie liegen übrigens auch auf etwa 3500 m Höhe.

Der nächste Tag war anstrengend. Um 4 Uhr morgens verließen wir San Pedro und fuhren in Richtung der Tatio Geysire. Unterwegs mussten wir noch einem amerikanischen Pärchen aus dem Sand helfen, die sich festgefahren hatten. Ganz klar ein Fall für Jacky: Stirnlampe auf, bisschen Sand weggemacht, Luft abgelassen und das Auto vor den Augen der staunenden Mieter aus dem Sand gefahren. Wir hatten eben den besten Reiseführer und Fahrer!
Im Hochland von Tatio, etwa 100 km nördlich von San Pedro befindet sich auf etwa 4300m Höhe das höchstgelegene Geysirfeld der Welt. Aus zahlreichen Erdlöchern brodelt und dampft es, sprudelt 85 °C heißes Wasser oder es schießen Fontänen in die Höhe.

Weiter ging es dann durch eine menschenleere Landschaft. Die höchste Stelle passierten wir auf 5300 m Höhe. Dort begegnete uns tatsächlich ein Auto der Carabinieri.
Klar, die Strecke geht direkt an der bolivianischen Grenze entlang und mit einem entsprecheneden Auto und Ortskenntnisse sind dort eine Menge Schmuggler unterwegs.

Später wollte Jacky gerne eine neue Route ausprobieren. Allerdings führte uns die Straße bis zu einem Grenzposten der Carabinieri, die uns sagten, dass es weder in Ollagüe noch sonst wo dort noch eine Tankstelle gibt. Da unser 25 l Kanister dann sicher nicht ausgereicht hätte, führen wir wohl oder übel wieder 100 km zurück nach Calama, aber wenigstens haben wir noch einen rauchenden Vulkan unterwegs gesehen. Über Chiu Chiu, Chuquicamata, Tocapilla und Rio Loa ging es dann zurück nach Iquique. Wobei wir bei der Einreise in die erste Region eine Stunde warten mussten - von 15-16 Uhr ist dort Pause. Wenn man´s weiß... 
Aber egal, gegen Abend kamen wir müde und voller neuer Eindrücke wieder in Iquique an und haben den Tag mit einem Essen im Tercer Ojito ausklingen lassen.

Unser erster Tag in Iquique nach dem Ausflug begann wie immer. Morgens flogen wir am Alto Hospicio. Nur nachmittags war in Palo Buque schon Flugverbot.
Es kündigte sich ein ganz besonderes Ereignis an. Am 07. Januar war Palo Buque das Etappenziel der Rallye DAKAR, und am nächsten Tag wurde die Rallye wieder in Iquique gestartet.
Es herrschte daher 2 Tagen Flugverbot in Iquique und Palo Buque - aber natürlich sind wir dafür zur Rallye.
Die DAKAR startete am 01. Januar in Buenos Aires und endete am 16. Januar auch wieder dort. Dazwischen lagen tausende Kilometer in unwegsamen Gelände in Argentinen und Chile.
Zuerst kamen einige Motorräder den steilen Hang bei Palo Buque herunter, dann die ersten Autos, das ein oder andere Quad und schließlich auch die ersten LKW´s. Obwohl die Auto´s in den Medien immer die größte Aufmerksamkeit bekommen, haben uns die Motorräder doch am meisten beeindruckt. Wir standen bzw. saßen auf dem Hilux in der ersten Reihe im Parc Ferré laughing.

Schon brach unsere letzte Woche in Chile an. Es war unser bisher längster Urlaub in Chile, aber trotzdem verging er viel zu schnell. Diesmal gab es unglaublich viel zu sehen, und wir hatten mit Jacky wieder eine Menge Spaß. Hasta el proximo año - bis zum 26. Dezember 2010. Wir kommen wieder!

Und Erich wird demnächst auch noch eine separate Geschichte von Chile 2009/10 schreiben - er hat diesmal wirklich unglaublich viel erlebt!

 
 
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