Iquique 2010/11 - Endlich wieder nach Chile

Nachdem wir die letzten Jahre immer am 25.12. nach Chile gereist sind, sollte es dieses Jahr schon am 24.12. losgehen. Ansonsten aber die gleiche Uhrzeit wie immer und die gleichen Flüge, eigentlich war alles perfekt geplant. Claus wollte morgens noch im Laden arbeiten, und dann sollte es mit dem Zug losgehen. Soweit zur Planung, dann kam aber doch so einiges anders...
Nach ergiebigen Schneefällen am 23.12., sowie schon im gesamten Dezember, lag am Morgen des 24.12. noch mehr Schnee vor der Haustür. Sabine konnte ab 7 Uhr nicht mehr schlafen und fing schon mal an den Hof und Claus sein Auto auszugraben. Als Claus dann los wollte, war die Straße blockiert. Die Autos von unten kamen nicht hoch, und die Autos nach oben kamen auch nicht weiter - Sackgasse! Nachdem sich das Problem irgendwann gelöst hatte, hat Claus sich auf halbem Weg in den Laden doch entschlossen zurückzukommen und dass wir uns sofort von Claus seinem Vater zum Bahnhof fahren lassen. Durch die tief verschneiten Straßen ging es dann zum Dortmunder Bahnhof, wo wir in den erstbesten Zug zum Frankfurter Flughafen stiegen. Mit einiger Verspätung aber doch noch sehr früh kamen wir dann beruhigt im Flughafen an und trafen wenig später Andreas, der dieses Mal mit nach Chile kam.
Gepäck eingecheckt, noch was gegessen und ab ging´s zum Boarding. Kurz vor diesem kam dann eine Durchsage mit dem Stichwort: CANCELLADO surprised. Oh nein, nur das nicht! Aber es war so. Der Pilot, der aus Madrid kam, entschied sich wetterbedingt nicht in Frankfurt zu landen sondern nach Madrid umzukehren - ohne uns cry.
Traurig und ohne wirklich zu wissen wie es weitergehen würden, wurden wir ins Steigenberger Airport Hotel gebracht. Wir bekamen Zimmer und Abendessen und das Versprechen, dass wir angerufen werden, wenn klar ist wie es weitergeht. Im Hotel lernten wir dann Ernesto kennen, mit dem wir dann doch einen sehr lustigen Heiligabend an der Hotelbar verbrachten smile.

Nach dem Frühstück gab´s dann die Info, dass wir um 16 Uhr wieder am Check-In sein sollten. Wir entschieden uns aber dafür gleich nach dem Mittagessen hinzufahren, was sich auch gelohnt hat, denn wir bekamen gleich unsere Bordkarten für den heutigen Flug.
Einerseits glücklich über die Bordkarten, aber doch noch zögerlich, ging es dann abends wieder zum Boarding. So weit waren wir am Tag zuvor ja auch schon...
Aber dieses Mal hat es geklappt, mit 1 Tag und 1 ½ Stunden Verspätung ist unsere Maschine dann in Frankfurt gestartet. Jetzt waren wir schon mehr als urlaubsreif foot-in-mouth.

In Madrid haben wir dann noch mal neue Bordkarten für den Flug von Santiago nach Iquique bekommen, weil wir mit der aktuellen Verspätung diesen Flieger nicht mehr erreicht hätten. Das war dann doch mal eine freudige Überraschung über so viel Fürsorge.
Nur die Dame bei der Gepäckaufgabe in Santiago behandelte Claus sein Gepäck dann leider mit nicht ganz so viel Fürsorge und hat das Gepäckbändchen an Claus seinem Packsack nicht gegen eines mit der neuen Flugnummer umgetauscht. Das Ergebnis war dann, dass wir nach ca. 59 Stunden von Haustür zu Haustür endlich im Flightpark ankamen, nur leider ohne Claus seinen Packsack laughing. Wieder großes Chaos, viele Telefonate von Philip und wieder eine unruhige Nacht. Aber plötzlich stand der Packsack am nächsten Morgen im Flightpark, er wurde wohl schon nachts angeliefert.
Endlich war alles gut!
Das war mit großem Abstand die schlimmste Anreise, die wir jemals hatten. Hoffentlich wird sich so ein Szenarium niemals wiederholen!

Der untere Teil der Straße zum Flightpark ist nach wie vor nicht geteert, und so verändern sich die Schlaglöcher dort, auch besonders wegen der vielen LKW dort, täglich - besonders das eine in der Kurve. Wenn dann auch noch ein LKW in diesem Bereich liegenbleibt ist das Chaos perfekt. Dann bekommt jeder große LKW, der von oben passieren will, kurzerhand eine Abschleppkette angelegt und muss einen kleineren, der von unten kommend liegengeblieben ist, aus den Schlaglöchern schleppen. Manche Dinge funktionieren in Chile erstaunlicherweise wie von Geisterhand geregelt.
Die LKW-Staus kannten wir ja aus vielen Vorjahren schon zur Genüge, aber dass sich sogar ein Eisverkäufer in der Kurve einfindet und dabei wahrscheinlich das Geschäft seines Lebens gemacht hat, war dann doch noch eine deutliche Steigerung.
Eine chilenische Familie musste sich dann aber einige Tage später mit Holzbohle und Wagenheber selbst behelfen. Eigentlich nicht nachvollziehbar wie man ein solch riesiges Schlagloch übersehen kann und dann mit dem kompletten Auto auf dem größten Stein aufsetzen kann...surprised. Aber auch so etwas ist in Chile problemlos möglich.

Am 06.01. herrschte in Iquique wegen der Rallye DAKAR wieder Flugverbot. Daher entschieden wir uns zusammen mit Sam, Andreas und Knut seiner Gruppe einen Ausflug mit Jussi nach Pisagua zu machen. Morgens um 7 Uhr ging es los, und nach etwa 2 Stunden erreichten wir den Startplatz Punta Pichalo. Der Wind ließ an diesem Tag lange auf sich warten, schließlich starteten Waddy und Sabine irgendwann und standen recht schnell auf der Landzuge unten. Nach und nach wurde es thermischer, und irgendwann sind alle gestartet und kamen irgendwann unten an.
Von der Landzunge sollte uns schließlich ein von Jussi organisiertes Fischerboot nach Pisagua bringen. Eine halbe Stunde nach dem vereinbarten Zeitpunkt konnte man schließlich einen winzigen Punkt auf dem Meer entdecken... Eine weitere halbe Stunde später war der Punkt noch immer nicht viel größer, und noch eine halbe Stunde später war das "Boot" da. Aber eigentlich konnte das doch unmöglich für uns sein surprised. Eine Holznussschale mit 2 Mann "Besatzung" und einem 200 Jahre alten Außenborder, der durch Umschlingen eines Taues gestartet werden musste surprised. Aber Jussi war auch im Boot und übergab mit dem Spruch: "The sea is very rough today!" den ersten Schub Leute an den "Kapitän".
Wie durch ein Wunder ist keiner beim Einsteigen ins Meer gefallen und wie durch noch ein Wunder füllte sich das Boot mit insgesamt 10 Personen und 8 Packsäcken nach dem Motto "Platz ist auch im kleinsten Boot". Nach etwa einer Stunde Fahrt vorbei an Quallen, Robbenkolonien und Wellen, die höher waren als das Boot, erreichten wir dann den "Hafen" von Pisagua. Wir stiegen aus, und das Boot knatterte zurück, um die nächsten Piloten abzuholen. 
Pisagua ist heute fast schon eine Geisterstadt. Zu den Hochzeiten des Salpeterabbaus lebten dort mehrere 10000 Menschen, heute sind es nur noch etwa 200 und es führen keine öffentlichen Verkehrsmittel nach Pisagua.
Wir entschieden uns zuerst etwas zu Trinken aufzutreiben und dann unser Restaurant zu suchen. Aufgrund der Übersichtlichkeit von Pisagua haben wir den "Supermarkt" auch sofort gefunden, und auch unser eRestaurant war problemlos an einem gedeckten Tisch für 21 Personen zu erkennen. Der Fisch dort war super lecker und ist sicherlich morgens mit dem gleichen Fischerboot gefahren wie wir gerade.

Nachdem irgendwann endlich alle - teilweise schon mit leichtem Sonnentisch - das Restaurant erreichten und gegessen hatte, fuhren wir weiter nach Pisagua Viejo zu einer etwa 10m hohen Soaringkante direkt am Meer laughing. Der Wind stand perfekt an, aber da dort nicht viel flogen, war genügend Platz. Insgesamt düsten wir mit nur 5 Schirmen etwa eine Stunde an der Kante bis der Wind einschlief - ein Traum laughing!
Absolut positiv überrascht von diesem Tag machten wir uns dann auf die Heimfahrt. Unterwegs auf der Panamericana war unser Lieblingsspruch "kein Netz", weil Sam vergessen hatte sich für diesen Tag bei Paola in der Schweiz abzumelden und schon eine Menge Ärger befürchtetet, weil es in Pisagua kein Handynetz gibt. Außerdem wollte Sabine so gerne in einer Raststätte den Spruch "Pipi para tres personas" loslassen, weil man dort 150 Peso pro Person zum Pipi machen zahlen sollte. Leider kam es dazu nicht, da sich Sam und Andreas für die Variante entschieden dort neues Bier zu kaufen und kostenlos die Toiletten benutzen zu dürfen.

Im Vorfeld und auch mal zwischendurch hatten wir ja leichte Zweifel, aber im Nachhinein: Pisagua ist ein Traum und auf jeden Fall einen Ausflug wert laughing.
Danke Jussi!

Am 10. Januar beschlossen wir spontan beim Abendessen mit Sam, dass wir am nächsten Tag alle Cavancha fliegen und dann bei ihm in den Hotelpool gehen. 
Am nächsten Morgen ging es also mit großen Vorsätzen und mit Badeklamotten ausgestattet zum Startplatz. Sam und Claus haben ihr Ziel auch bravorös erreicht, nur Sabine war sich ihrer Sache schon zu sicher und flog mit relativ geringer Höhe von Clavicho los. Nach wenigen 100m ging es dann aber so rapide abwärts, dass die Situation nur noch durch eine Umkehr nach Clavicho zu retten war. Dort war eine "Mauer" auf 350 m Höhe aber dann leider nicht mehr zu überschreiten und so musste ich wohl oder übel per Taxi auf die Peninsula fahren. 
Entgegen der eigentlichen Vereinbarung haben mich Sam und Claus dann aber doch auch als Nicht-Cavancha-Fliegerin in den Pool gelassen. Der Nachmittag im Hotel war wirklich mal etwas Anderes, und Pool und Ausblick ließen keine Wünsche offen.
Den "Kredit" zum Poolbesuch löste Sabine dann aber 2 Tage später ab. Nach langer langer Zeit endlich wieder ein Cavancha Flug laughing.
Auch wenn es eigentlich direkt keinen Rückschluss über die Leistung zu einem Flug zulässt, ist ein Flug zur Cavancha irgendwie doch nicht das gleiche wie zum Flightpark, nach Huaiquique oder zur Brava. Cavancha ist und bleibt einfach etwas Besonderes laughing.

Es war bis auf die katastrophale Anreise also wieder ein gelungener Urlaub in Iquique, und wir hatten beide deutlich schönere Flüge als im vergangen Jahr in Iquique. Dass es auf dem Startplatz und in der Luft in Iquique von Jahr zu Jahr voller wird, ist schon schade, aber lässt sich leider nicht vermeiden. Daher: Hasta Navidad 2011... laughing
Was nun vom Urlaub noch bleibt sind Fotos, Filme, und Erinnerungen an 3 wunderschöne Wochen mit alten und neuen Freunden. Und hier auch noch ein ganz dickes Dankeschön an Matthias, der für Claus seine kaputte Sonnenbrille mal eben schnell Erstz aus Santiago schickte laughing.
Und Sabines Husten, der sich vom 27. Dezember durch den kompletten Urlaub zog und auch daheim noch Spaß bereitete, bleibt natürlich auch noch gut in Erinnerung foot-in-mouth. Aber was soll´s...
Ach ja: Die Rückreise verlief dann zum Glück bis auf einen gecancelten Flug von Madrid nach Frankfurt problemlos, wir kamen nur knapp 1 ½ Stunde später in Frankfurt an laughing.

 
 
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