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Castelluccio 2017 - das 11. Mal dort, aber völlig anders

Nach unserem Malcesine-Urlaub und einem eintägigen Zwischenstopp in Schladming starteten wir am 19. August mit dem Airsthetik-Bus zum zweiten Teil unserer Reise nach Castelluccio. Nachdem wir wegen der Verspätung eines Teilnehmers mit zweistündiger Verspätung in Schladming starteten, kamen wir erst gegen Abend in Castelluccio an.

Wir waren gespannt, wie es wohl werden würde?! Es war zwar bereits unsere 11. Reise nach Castelluccio, allerdings hat letztes Jahr zwei Tage nach unserer Abreise ein Erdbeben das Dörfchen heimgesucht, und am 30. Oktober wurde Castelluccio dann leider bei einem weiteren Erdbeben fast vollständig zerstört cry. Die Straße von Norcia nach Castelluccio ist erst seit 4 Wochen wieder passierbar und in 6 Passagen einspurig mit einer Ampelregelung versehen. Castelluccio gleicht nun teilweise einer Geisterstadt cry: Tagsüber mit einigen kleinen Ständen auf dem Marktplatz etwas belebt. Ansonsten ist der komplette alte Ortskern von Castelluccio zur "Zona Rossa" deklariert. Ein Gebiet, das komplett gesperrt und vom Militär abgesichert wird - Zutritt verboten! Irgendwann wird in diesem Gebiet mit der Trümmerbeseitigung begonnen werden und geprüft werden, ob einzelne Gebäude saniert werden können. Momentan gibt es in Castelluccio nur zwei Übernachtungsmöglichkeiten. Essen kann man in noch zwei vom Erdbeben verschonten Restaurants/Agriturismi oder in einem großen Zelt, dass von einer Gemeinschaft der Wirte, deren Lokale zerstört wurden, betrieben wird. Natürlich ist alles etwas improvisiert - aber in Castelluccio macht man das Beste aus der schlimmen Situation und das Essen ist genauso lecker wie immer. Das "La Valle delle Aquile", wo wir seit Jahren übernachten, blieb zum Glück vom Erdebeben völlig verschont. Zu allem Unglück kommt in Castelluccio nun leider auch noch eine extreme Dürre hinzu - alles ist gelb und es hat seit 3 Monaten nicht mehr geregnet...

Am ersten Vormittag führte Ralf unsere nette Truppe, die zunächst aus Christian, Johann, Wolfgang, Patrick, Philipp, Sandro, Stefan sowie Claus und mir bestand auf den Fontanille. Nachmittags starteten wir windbedingt in der Nähe des Monte Cavallo ins Piano Grande hinein. Am kommenden Tag verließen wir Castelluccio wegen starkem NO-Wind und fuhren nach Tres Pizzi (Monte Gemmo). Dort hat uns bereits Fabian erwartet, der nun unsere Gruppe komplettierte. Leider war jedoch der Wind auch in Tres Pizzi zu stark, sodass wir ohne Flug nach Castelluccio zurückkehren mussten. Am Mittwoch war unsere Fahrt nach Tres Pizzi jedoch erfolgreich: Wir konnten fliegen und den Tag mit einem leckeren Essen in Matelica abschließen, bevor uns Ralf über den kürzesten (kurvenreichsten cool) Weg nach Hause fuhr. Zum Glück folgten wir dem Navi nicht völlig uneingeschränkt, sonst hätten wir wahrscheinlich 1-2 Mal mitten im Nichts gestanden cool.

Unser Wissen, dass alle Wege nach Visso führen, hat uns jedenfalls bei der Routenwahl enorm geholfen cooltongue-out.

Nachdem am Dienstag Sabines Testschirme, ein "Leaf Light" von SUP'AIR, in Norcia ankam, folgten am Mittwoch die ersten Testflüge am Refugio und am Vetoretto.

Außerdem besuchten wir am Mittwoch in der Mittagspause Norcia, das ebenfalls stark vom Erdbeben gezeichnet wurde: Die Gebäude in der Altstadt sind teilweise komplett unbeschädigt und teilweise unbewohnbar. Warnschilder und Absperrungen mit "Zone Rossa", also gesperrten Zonen, sind auch in Norcia oft zu finden. Das sonst so überlaufene Zentrum der Altstadt war fast leer. Nur wenigen Touristen verirren sich momentan in die Gegend. Auch die Basilika und viele weitere der jahrhundertealten kirchliche Gebäude wurden stark beschädigt oder sogar komplett zerstört. Allerdings fällt auf, dass fast ausschließlich die kirchlichen Gebäude bisher abgestützt sind, um sie vor weiteren Schäden zu bewahren. Schade, dass das Geld dafür offensichtlich nur bei der Kirche vorhanden is, wohingegen auch ein Jahr nach dem Erdbeben noch viele Bewohner in Notunterkünften wohnen müssen cry.

Der Donnerstag begann wieder mit einem Morgenflug am Refugio und endete mit einem traumhaften Flug am Tabellone smile. Zur großen Überraschung war die "Straße" zum Tabellone so gut hergerichtet wie seit vielen Jahren nicht mehr. Eine seltsame Ironie des Schicksals, wenn man bedenkt, dass das Gebiet ansonsten fast komplett zerstört ist cry. Trotzdem guter "Straße" und wirklich umsichtiger Fahrweise musste das "Sahnebonbon" (ein rot-weißer VW-Bus) von Philipp bei Ankunft auf dem Tabellone leider einen kaputten Reifen verzeichnen. Ohne Reserverad musste "Sahnebonbon" daher alleine oben auf dem Tabellone übernachten, bevor es am nächsten Tag mit einem Ersatzrad zurückgeholt werden konnte. Unser Flug vom Tabellone war jedoch traumhaft: Butterweiches nicht enden wollendes Soaring, wobei Sabine eher so nebenbei ihren B-Schein Prüfungsflug absolviert konnte laughing: Tabellone - Monte Sierra - Tabellone verbunden mit einem anschließenden langen Soaring am Tabellone bevor es fast ohne Höhnverlust gen Landeplatz ging. Nach 1 Stunde und 49 Minuten landete Sabine bei beginnender Dunkelheit in San Pellegrino und spätestens in diesem Moment war der Testschirme gedanklich eigentlich gekauft smile. (OK, objektiv gesehen, wäre dieser Flug mit jedem Schirm toll gewesen...).

Am Freitag waren wir morgens noch am Fontanille und nachmittags am Monte Vettori, wobei Sabine in das Vergnügen eines Tandem-Fluges mit Ralphy kam - nochmals vielen lieben Dank kiss. Beim Tandemflug ist uns allerdings auch das Ausmaß der Zerstörung durch das Erdbeben nochmal besonders deutlich geworden: Der Monte Vettori ist um 2m abgesackt, ein tiefer Riss, der sich durch den Berg zieht, ist sichtbar und Castelluccio gleicht von oben Bildern, wie man sie sonst nur von Luftaufnehmen ausgebombter Städte in Kriegsfilmen kennt cry.

Am Samstag ging es schließlich mit dem Airsthetik-Bus wieder zurück nach Schladming. Wir besuchten final wenigstens noch für ein Abendessen und eine Übernachtung das Schloss in Moosheim und freuten uns, dass wir die lieben Schlossgeister wenigstens kurz mal wiedersehen konnten. Den Sonntag verbrachten wir dann leider in einer gefühlt nie enden wollenden Heimreise auf der Autobahn, aber sowas kann man sich eben nicht aussuchen undecided.

In der Summe war es ein sehr schöner Urlaub mit einer netten Truppe. Wir hoffen, dass es mit Castellucio bald wieder aufwärts geht, der Wiederaufbau voranschreitet und vielleicht doch noch einige der verschollenen Spendengeldern dort ankommen, wo sie hingehören. Nur etwas teurer als gedacht wurde der Urlaub, denn Sabine hat den "Leaf Light" nicht mehr hergegeben und direkt mitgenommen. Egal - neue Spielsachen sind wichtig laughing!  Daher auch hier noch ein dickes Dankeschön an Ralphy, der es nach einer kurzen Message von Sabine am Mittwoch vom Gardasee geschafft hat, dass sie am folgenden Mittwoch zum ersten Testflug starten konnte laughing. Er heißt übrigens "Sunny" - wegen seiner Farbbezeichnung "Sunset" laughing.

Und last-but-not-least noch ein Dankeschön an unsere lieben Mitreisenden, von denen ich hier auch einige Fotos verwenden darf laughing.

 
 
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